Bei den Vögeln abgeschaut

Schwarmintelligenz nutzen mithilfe von Internal Crowdfunding

28. März 2019 • Lesezeit: 4 Minuten | Allgemein
Bei den Vögeln abgeschaut

Man kennt es von den Vögeln: als Einzelwesen haben diese Tiere oft wenig Ahnung von ihrer Umwelt und können sich nur mühsam zurechtfinden. Aber als Schwarm sind die Vögel plötzlich aufeinander abgestimmte Strategen und treffen gemeinsam koordinierte und sinnvolle Entscheidungen. Ein Schwarm nimmt sich vor möglichen Feinden in Schutz und schafft es immer, den richtigen Weg nach Süden zu finden. Die Fähigkeit dazu nennt man kollektive Intelligenz oder Schwarmintelligenz. So schön so gut – aber wie können wir Menschen uns der Schwarmintelligenz zu nutzen machen?

Warum überhaupt Schwarmintelligenz?

Die Schwarmintelligenz ist ein Phänomen, bei dem eine Gruppe, ganz unabhängig von ihrer Zusammensetzung, in der Lage ist, intelligente Entscheidungen zu treffen. Mithilfe des Wissens von vielen schafft man gemeinsam eine große Wissensbasis, der man sich dann zunutze machen kann. Besonders im komplexen Organsiationsalltag heutzutage ist die Schwarmintelligenz also ein wichtiger Faktor.

Innovative Ideen – wo sollen die herkommen?

Um dieses Phänomen nun auf Innovation anzuwenden, muss zunächst einmal erkannt werden, dass die Ideenfindung, so wie sie aktuell meist stattfindet, problematisch ist: Denn oft werden Ideen von Managern entwickelt und hochkompliziert verschriftlicht, so dass die Mitarbeiter, die letztendlich für die Umsetzung verantwortlich sind, wenig Ahnung haben, worum es eigentlich geht. Vielleicht traut man sich dann noch nicht bei seiner Führungskraft nachzufragen. Stattdessen nimmt man das Briefing mit zu sich ins Büro und kümmert sich eben drum. Mit einem Erfolg der auf der Hand liegt.

Dies haben Unternehmen mittlerweile erkannt.

Was es in einigen Organisationen deshalb bereits gibt, um Ideen der Mitarbeiter zu generieren und umzusetzen, ist zum Beispiel ein Innovationskomitee. Dieses besteht meist aus einigen Mitarbeitern des Unternehmens, die Vorschläge zu Innovationsprojekten anhören und entscheiden, ob eine Umsetzung sich lohnt oder nicht. Die Schwierigkeit bei einem solchen Komitee ist jedoch, dass die Verantwortlichen zunächst viel zu viele Vorschläge bekommen und gar nicht in der Lage sind, alle zu vergleichen und zu bewerten. Sie sind schlicht weg überfordert mit dem Überfluss an Ideen. Außerdem liegt es so in der Hand weniger Verantwortlicher zu entscheiden, welche Projekte ausgewählt und umgesetzt werden. Die Mitarbeiter, deren Vorschläge abgelehnt wurden, fühlen sich oft ungerecht behandelt, was zu Demotivation führen kann. Die Folge ist, dass frustrierte Mitarbeiter zukünftig gar keine innovativen Ideen mehr einreichen.

Die Lösung: Internal Crowdfunding

Deshalb stellen wir euch heute als Alternative das Internal Crowdfunding vor. Noch nie gehört? Das Ganze ist eigentlich simpel: die Mitarbeiter eines Unternehmens, egal ob als Individuum oder als Team, überlegen oder erarbeiten Ideen zu einem bestehenden Problem oder einfach als Hilfestellung im Arbeitsalltag. Diese Ideen können beispielweise eine neue Lösung für die eine Kollaborationsform zur Arbeitsteilung darstellen. Jede Idee kann ganz unkompliziert auf einer internen Website hochgeladen und dort präsentiert werden. Unter allen Mitarbeitern wird ein virtuelles Kapital verteilt, sodass jeder das gleiche Budget zur Verfügung hat. Dieses Budget können die Mitarbeiter dann individuell in das von ihnen für am besten befundene Projekt investieren. Darüber hinaus haben die Mitarbeiter die Möglichkeit, andere Ideen zu kommentieren und so weiter zu entwickeln. Nach einer festgelegten Frist werden alle Ideen ausgewertet und diese mit dem höchsten ‚Funding‘ auch tatsächlich in die Bearbeitung gebracht.

Internal Crowdfunding ist eine Methode, welche unter die agilen Prinzipien des Innovationsmanagement fällt. Das Ziel aller agilen Prinzipien ist es, Innovationsprojekte innerhalb des Unternehmens zu beschleunigen. Diese sollen grundsätzlich schneller entwickelt, beworben und schließlich umgesetzt werden.

Was sagen Unternehmen, die Internal Crowdfunding bereits ausprobiert haben?

Wie hoch der Buy-In solcher selbstbestimmten, partizipativen Ansätze sind, sieht man am Beispiel eines Mitarbeiters aus dem Corporate Strategy & Digital Life Team der Daimler AG. Er berichtet von seinen Erfahrungen im Rahmen von internem Crowdfunding bei Daimler:

„Auf der Crowdsourced Innovation Plattform haben wir für Ideation nicht nur eine größere Reichweite, sondern auch mehr Interaktion und Kommentare als in einem Workshop. In einem Event haben wir typischerweise etwa 100 Teilnehmer. In einem in der Zielsetzung vergleichbarem Projekt auf der Plattform erreichen wir 20.000 Menschen. Mehr Teilnehmer heißt hier natürlich ganz klar auch Zugang zu mehr Wissen und zu mehr Erfahrungswerten.“

Darüber hinaus wurde oft die Erfahrung gemacht, dass solche Mitarbeiter, die in einer niedrigeren Position stehen, mehr Funding erhalten, als solche, die in einer Führungsposition arbeiten.

Was sind also die Vorteile des Internal Crowdfunding?

  • Wir-Gefühl: Mit Internal Crowdfunding schafft man ein kollaboratives Arbeiten an Innovationsprojekten und fördert den Kulturwandel und das Gemeinschaftsgefühl innerhalb der Organisation.
  • Motivation: Durch den virtuellen Stock-Market schafft man es, eine große Anzahl an Mitarbeitern zu motivieren und sich am Internal Crowdfunding zu beteiligen. Jeder bekommt das Gefühl etwas bewirken zu können und jeder hat die Möglichkeit, sich individuell einzubringen. Denn:

„You get the best of your employees when you treat them as entrepreneurs.”

(Jurgen Apello, Managing for Happiness)

  • Erleichterung von Prozessen: Mit dem Internal Crowdfunding schafft man es, die Ideengenerierung, die Selektion sowie die Realisierung von Innovationsprozessen in einen Arbeitsablauf zusammenzufassen.
  • Schwarmintelligenz: Viele Beteiligte haben viel Wissen, denn die Masse weiß mehr als ein Einzelner.

Was ist wichtig zu wissen?

  • Strategische Ziele: Um ein Unternehmen erfolgreich zu führen, müssen auf Dauer gesehen besonders Langzeitziele verfolgt werden. Fokussiert man sich zu sehr auf die kreativen Ideen und Vorschläge der Mitarbeiter, kann es dazu kommen, das man die strategischen Ziele aus den Augen verliert.
  • Experiment: Beim Internal Crowdfunding kommt es zu einer Realisierung von ganz neuen Projekten, die noch nie ausgeführt wurden. Jede umgesetzte Idee ist somit immer ein Experiment und Experimente gelingen bekanntlich nicht immer. Deshalb sollte vorab darauf sensibilisiert werden
  • Definieren: Für eine erfolgreiche Umsetzung von Internal Crowdfunding ist es wichtig zu definieren, welche Art von Innovation gefragt ist. Oft ist es hilfreich, eine Problemstellung zu definieren, für die Lösungen gesucht sind.
  • Beteiligung: Es sollten möglichst alle Mitarbeiter über das Crowdfunding informiert werden, um möglichst viele von ihnen zu involvieren. Ein Meeting, indem man über den Ablauf und das ganze System informiert, könnte dazu hilfreich sein.

Zusammenfassung

Internal Crowdfunding ist eine innovative Methode, seine Mitarbeiter an der Entwicklung und Realisierung von Projekten zu beteiligen. Man macht sich dabei der Schwarmintelligenz zu nutzen, indem man jedem einzelnen ermöglicht, eine Idee einzubringen. Durch den virtuellen Stock-Market, der dabei geschaffen wird, schafft man eine hohe Reichweite und große Beteiligungsquote, den das Ganze wirkt wie ein Spiel das Spaß macht!

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