Von der Artenvielfalt im Regenwald

Wie werden Organisationen eigentlich agil?

27. Februar 2019 • Lesezeit: 4 Minuten | Allgemein
Von der Artenvielfalt im Regenwald

Wusstest du, dass über die Hälfte aller auf der Erde lebenden Tierarten im Regenwald leben? – Und dass, obwohl der Regenwald nur ca. sieben Prozent der ganzen Erdfläche einnimmt. Und so verhält es sich auch mit der Agilität. Unter der Überschrift agiles Arbeiten sammeln sich über 100 verschiedene Methoden und Ansätze. Jede kann eine Antwort auf den Weg hin zu einer agilen Organisation geben. Jede hat ihre Eigenarten, Gefahren und ihren Nutzen. Wie können Organisationen nun agil werden bei dieser Artenvielfalt?

Agil ist das Gegenteil von schwerfällig und festgefahren.

Wer wäre nicht gern so. Agile Methoden sind leichtfüßig, brechen starre Planungen auf und machen Unternehmenskulturen möglich, die offen sind für Veränderungen – wenn diese Methoden gut und passend in Unternehmen und Teams eingeführt werden. So wundervoll der Gedanke hinter Agile ist, so anspruchsvoll ist die praktische Umsetzung:

Heute dominieren vielerorts formalisierte „Agile Methoden“ bzw. Praktiken und Technologien, die unreflektiert kopiert und eingesetzt werden.

Was heißt es Agile zu sein?

Wir wissen heute, dass agiles Arbeiten ein wesentlicher Teil der Zukunft der Arbeit ist. Die Angst als Digitalisierungsverlierer dazustehen, treibt. Doch was heißt es eigentlich agil zu sein? Beim agilen Arbeiten findet konstant ein Wandel statt, der kein festgelegtes Ziel oder genaue Vorgaben kennt. Organisationen lernen früh zu scheitern und dieses Scheitern in ein System zu bringen. Sie müssen vollkommen flexibel, aber dennoch ergebnisorientiert arbeiten. Die Umstellungsfähigkeit der Organisation ist hierbei Kernkompetenz.

Gleichzeitig spielt das Mindset beim agilen Arbeiten in Organisationen eine wesentliche Rolle. Unsere Einstellung zu bestimmten Themen, wie wir denken, fühlen und handeln, ist geprägt von unseren gemachten Erfahrungen: positive, die uns in bestimmten Bereichen ermutigen und bestärken, und ebenso negative, die dazu führen können, dass wir uns bestimmte Dinge nicht zutrauen.

Ein Mindset arbeitet also vor dem Hintergrund unserer Prägungen wie ein Filter, der bestimmt, wie wir unsere Umgebung, aber vor allem unsere eigenen Möglichkeiten wahrnehmen.

Genau deshalb genügt es nicht, einen Scrum Master zu engagieren, mit Design Thinking zu arbeiten oder die neuste Software in Betrieb zu nehmen. Nicht nur!

Agilität hat Einfluss auf ganz viele Dimensionen

Als ein Element kann dies zwar durchaus Sinn ergeben – und macht sicher auch Spaß – aber das alleine sorgt nicht dafür, dass eine Organisation sich agil nennen kann. Denn Agilität hat Einfluss auf ganz viele Dimensionen: Arbeitsweisen, Führung, Prozesse, Problemlösungskompetenz, Kommunikation, Führung, Raum. Um nur einige zu nennen. Agilität ist eben wie der Regenwald. Dort existieren hunderte von verschiedenen Tierarten. Alle haben ihre Eigenart. Alle haben ihre Gefahren. Alle haben ihren Nutzen.

Will sich ein Unternehmen auf den Weg machen agil zu werden, dann bedeutet dies deshalb zunächst, verstehen zu wollen: Welche und wie viel Methode, Mindset und Technologie, etc. gebraucht wird, um agiles Arbeiten in MEINE Organisation zu implementieren?

Weiterhin brauchen Organisationen Raum für Fehler im Umgang mit agilen Methoden. Es gilt, eine Lernkultur über alle Hierarchiestufen hinweg zu etablieren, die es ermöglicht, neue Ansätze und kreative Ideen „ohne Angst“ auszuprobieren.

Was setzt das voraus?

Das setzt eine Veränderung der Haltung in der Organisation voraus. Die Organisation und der Mensch muss sich die Frage stellen, welche Veränderung muss bei mir stattfinden, damit ich agil arbeiten kann. Erst dann macht es Sinn an der Struktur zu arbeiten, die folgende Fragen eröffnen können:

  • Brauche ich neue Abteilungen?
  • Muss es eine Führungskraft überhaupt noch geben?
  • Brauche ich andere Räumlichkeiten?
  • Muss ich eine Software einführen?
  • etc.

Und nun?

In der Theorie klingt das alles schön und gut, wirst du vermutlich beim lesen dieser Zeilen denken. Wie kann das nun konkret in der Praxis aussehen? – Wir, bei futurebirds, sehen den Weg hin zu agilem Arbeiten in einer Organisation als einen ganzheitlichen Transformationsprozess an. Diesen Transformationsprozess teilen wir in zwei Blöcke.

Im ersten Block sollte zunächst das WARUM geklärt werden. Hierzu stellen sich die Organisation folgenden Fragen:

  • Wo stehen wir heute in Bezug auf Agilität?
  • Wozu wollen wir eigentlich agil werden?
  • Was ist der Sinn für uns?

Konnte das WARUM geklärt werden, kommt der zweite Block zum Tragen: Das ausprobieren und erleben! Hier kann, basierend auf theoretischen Teilen, anschließend in einer Laborphase ausprobiert werden, wie sich verschiedene Ansätze und Methoden anfühlen, wo sie an ihre Grenzen stossen oder Unbehagen auslösen. Während dieser Phase werden Organisationen von uns begleitet.

Wichtig hierbei ist, dass wir mit dem beginnen, was für das Unternehmen zu diesem Zeitpunkt die richtige Methode ist. Und auch nur so viel Methoden und Tools in den Umlauf bringen, so dass die Organisation dies gut „verstoffwechseln“ kann.

Straffe Umsetzungspläne sind hier also nicht das Mittel der Wahl. Vielmehr eine ständige Kontrolle der „Betriebstemperatur“ beim Gang durch dieses neue Terrain.

Zusammenfassung

Damit Organisationen bei dieser Artenvielfalt im Regenwald agil werden können, ist folglich zu empfehlen, dass zunächst eine Haltung zu dem Thema entsteht und dadurch das Verständnis darüber wächst, welche und wie viel Methode, Mindset und Technologie gebraucht wird, um agiles Arbeiten in die Organisation implementieren zu können. Welche Methoden und Ansätze, welche Eigenarten, Nutzen oder Gefahren mit sich bringen, gilt es in der Organisation dann herauszufinden und auszuprobieren. Agilität in einer Organisation bedeutet einen ganzheitlichen Transformations- und Lernprozess zu durchleben, der nicht von heute auf morgen stattfindet. Er ist ein Weg! Wie durch einen Regenwald.

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