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11 Tipps für bessere virtuelle Team-Meetings

  • 22. Juni 2024
  • 5 Min. Lesezeit

So sorgt Ihr für mehr Beteiligung, bessere Entscheidungen und

produktivere Online-Meetings.





Virtuelle Meetings gehören heute zum Arbeitsalltag.


Trotzdem erleben wir in unserer Arbeit immer wieder dieselben Herausforderungen: Einzelne Personen dominieren die Diskussion, andere schalten innerlich ab. Technische Probleme kosten Zeit. Und nach einer Stunde stellt sich die Frage, ob das Meeting überhaupt einen Unterschied gemacht hat.

Dabei liegt das Problem meist nicht an den Teilnehmenden oder an der Technik.


Oft fehlen einfach einige grundlegende Prinzipien für gute virtuelle Zusammenarbeit.

In den letzten Jahren haben wir unzählige Online-Workshops, Retrospektiven, Team-Meetings und Führungsrunden moderiert. Die folgenden elf Tipps haben sich dabei immer wieder bewährt. Sie helfen Euch dabei, virtuelle Meetings fokussierter, interaktiver und produktiver zu gestalten.



Unsere Erfahrung aus der Praxis


Gute virtuelle Meetings entstehen nicht durch die richtige Software.

Sie entstehen durch gute Moderation.


Wenn Menschen beteiligt werden, klare Regeln gelten und genügend Raum für Austausch entsteht, können virtuelle Meetings genauso produktiv sein wie persönliche Treffen.


Viele der hier vorgestellten Tipps sind klein und leicht umzusetzen. In der Summe machen sie jedoch einen großen Unterschied.


Probiert einzelne Ideen in Eurem nächsten Team-Meeting aus und beobachtet, wie sich Beteiligung, Fokus und Ergebnisqualität verändern.



Unsere 11 Tipps für Euch


1. Nutzt Eure Werkzeuge professionell


Virtuelle Meetings werden nicht automatisch besser, nur weil die richtigen Tools vorhanden sind.

Wir erleben häufig das Gegenteil: Unternehmen investieren in Kollaborationsplattformen wie Miro, Mural oder Conceptboard, nutzen, diese aber lediglich als digitales Whiteboard.


Unübersichtliche Boards, fehlende Struktur, chaotische Post-its und unklare Arbeitsaufträge sorgen dafür, dass Teilnehmende mehr Zeit mit Orientierung als mit Zusammenarbeit verbringen.


Nutzt die Möglichkeiten Eurer Werkzeuge bewusst:

  • baut klare Arbeitsbereiche auf

  • verwendet visuelle Orientierungshilfen

  • arbeitet mit vorbereiteten Templates

  • nutzt Voting-Funktionen für Entscheidungen

  • visualisiert Ergebnisse direkt im Meeting


Je weniger Energie die Teilnehmenden für Orientierung aufwenden müssen, desto mehr Energie bleibt für die eigentliche Diskussion.


2. Schafft Orientierung, bevor das Meeting beginnt


Nichts bremst ein virtuelles Meeting stärker aus als Unsicherheit.


Wo finden die Unterlagen? Was ist das Ziel des Meetings? Wo sollen Ergebnisse festgehalten werden? Wer moderiert? Wie viel Zeit steht zur Verfügung?


Was in Präsenz oft nebenbei geklärt wird, muss in virtuellen Formaten deutlich bewusster gestaltet werden.


Deshalb lohnt es sich, den Teilnehmenden bereits vor dem Meeting Orientierung zu geben:

  • Was ist das Ziel des Meetings?

  • Welche Vorbereitung wird erwartet?

  • Welche Tools werden genutzt?

  • Wo werden Ergebnisse dokumentiert?

  • Welche Entscheidungen sollen getroffen werden?


Besonders bei Workshops empfehlen wir, digitale Arbeitsräume bereits vor dem Termin vorzubereiten und die Teilnehmenden direkt dorthin zu führen.


Je klarer der Rahmen ist, desto schneller können sich die Teilnehmenden auf die eigentliche Zusammenarbeit konzentrieren.


Wir erleben in Workshops immer wieder: Gute Moderation beginnt nicht mit der Begrüßung. Gute Moderation beginnt mit einem klar gestalteten Rahmen.


3. Startet mit einem Check-In statt direkt mit der Agenda


Viele Menschen kommen gedanklich direkt aus dem vorherigen Meeting, einem Kundentermin oder einer anderen Aufgabe.


Ein kurzer Check-In hilft dabei, bewusst im Meeting anzukommen.


Das muss nicht kompliziert sein.


Fragen wie:

  • Was beschäftigt Euch gerade?

  • Mit welchem Energielevel startet Ihr heute?

  • Was sollte heute unbedingt gelingen?

reichen oft schon aus.


Der Vorteil: Menschen, die sich einmal eingebracht haben, beteiligen sich meist auch im weiteren Verlauf aktiver am Gespräch.


Wenn Ihr etwas mehr Tiefgang erzeugen möchtet, empfehlen wir Methoden wie das Mood Meter.


4. Vereinbart klare Spielregeln für die Zusammenarbeit


Virtuelle Meetings benötigen oft mehr Struktur als Präsenzformate.


Deshalb lohnt es sich, einige einfache Regeln gemeinsam festzulegen:

  • Kameras an oder aus?

  • Handheben bei Wortmeldungen?

  • Nutzung des Chats?

  • Multitasking während des Meetings?

  • Umgang mit Unterbrechungen?


Je klarer die Erwartungen sind, desto weniger Energie geht für Missverständnisse verloren.

Besonders in Teams, die regelmäßig virtuell zusammenarbeiten, schaffen gemeinsame Spielregeln mehr Verlässlichkeit und Beteiligung.


5. Schafft einen Mechanismus gegen Endlosdiskussionen


Fast jedes Team kennt Situationen, in denen dieselben Argumente mehrfach wiederholt werden.

Die Diskussion dreht sich im Kreis und niemand weiß, wie es weitergeht.


Für solche Situationen nutzen viele Teams das sogenannte ELMO-Prinzip: Enough. Let's Move On.

Teilnehmende können damit signalisieren, dass sie glauben, dass genügend Perspektiven ausgetauscht wurden und die Gruppe zum nächsten Schritt übergehen sollte.


Wichtig ist dabei:

ELMO beendet keine Diskussion.

ELMO macht sichtbar, dass die Gruppe überprüfen sollte, ob die Diskussion noch zusätzlichen Erkenntnisgewinn bringt.


Gerade in virtuellen Meetings kann das enorm helfen, Fokus und Energie aufrechtzuerhalten.


6. Achtet darauf, dass alle Stimmen gehört werden

Virtuelle Meetings haben einen Nachteil:

Es ist deutlich einfacher, sich zurückzuziehen.


Während einige Menschen sehr präsent sind, bleiben andere oft über längere Zeit still.

Eine gute Moderation achtet deshalb bewusst auf Beteiligung.


Hilfreiche Fragen können sein:

  • Wer hat dazu noch eine andere Perspektive?

  • Welche Sichtweise fehlt uns bisher?

  • Wer hat das Thema anders erlebt?


Das Ziel ist nicht, jede Person zum Reden zu zwingen.

Das Ziel ist sicherzustellen, dass unterschiedliche Perspektiven sichtbar werden.

Oft liegen genau dort die wertvollsten Beiträge.


7. Fragt gezielt statt in die Runde

Eine der häufigsten Situationen in virtuellen Meetings:

"Wie seht ihr das?"


Dann folgt Stille.


Oder mehrere Menschen beginnen gleichzeitig zu sprechen.

Gezielte Fragen funktionieren meist besser.


Zum Beispiel:

  • Sarah, wie siehst Du das aus Kundensicht?

  • Markus, welche Auswirkungen hätte das auf Euer Team?

  • Julia, was würdest Du ergänzen?


Dadurch entstehen konkretere Antworten und lebendigere Gespräche.

Wichtig ist dabei, dass jede Person die Möglichkeit hat, eine Frage weiterzugeben, wenn sie nicht direkt antworten möchte.


8. Visualisiert Zusammenarbeit statt nur darüber zu sprechen

Virtuelle Meetings werden oft unnötig abstrakt.

Menschen sprechen über Themen, ohne sie gemeinsam sichtbar zu machen.

Dabei bieten digitale Werkzeuge heute hervorragende Möglichkeiten zur Zusammenarbeit.


Nutzt beispielsweise:

  • digitale Whiteboards

  • Abstimmungen

  • Priorisierungen

  • gemeinsame Canvas

  • strukturierte Ideensammlungen


Sobald Gedanken sichtbar werden, verbessert sich meist auch die Qualität der Diskussion.

Gemeinsames Denken funktioniert leichter, wenn alle auf dieselben Inhalte schauen.


9. Respektiert die Zeit der Teilnehmenden

Gute Meetings beginnen pünktlich und enden pünktlich.

Das klingt selbstverständlich, wird aber erstaunlich selten konsequent umgesetzt.

Menschen planen ihren Tag auf Basis vereinbarter Zeiten.

Wenn Meetings regelmäßig überziehen, entsteht Frust.


Hilfreich ist ein klarer Timekeeper oder eine Moderation, die aktiv auf die Zeit achtet.


Eine einfache Frage hilft oft:

Brauchen wir wirklich mehr Zeit oder brauchen wir eine Entscheidung?

10. Nutzt einen Parkplatz für wichtige Nebenthemen

In fast jedem Meeting entstehen Themen, die wichtig sind, aber nicht zum aktuellen Ziel beitragen.

Viele Gruppen machen den Fehler, diesen Themen sofort zu folgen.


Dadurch verlieren sie Fokus und Struktur.


Ein Parkplatz hilft dabei, solche Themen sichtbar zu machen, ohne die aktuelle Diskussion zu verlassen.


Alle offenen Punkte werden gesammelt und am Ende gemeinsam betrachtet:

  • Muss das Thema weiterverfolgt werden?

  • Wer kümmert sich darum?

  • Braucht es einen Folgetermin?


So gehen wichtige Gedanken nicht verloren und das Meeting bleibt dennoch fokussiert.


11. Reduziert Präsentationen und erhöht die Interaktion

Die Aufmerksamkeit in virtuellen Meetings ist begrenzt.

Lange Präsentationen sind deshalb selten die beste Lösung.


Wir orientieren uns häufig an einer einfachen Regel:

So viel Interaktion wie möglich. So viel Präsentation wie nötig.


Wenn Informationen im Vorfeld verschickt werden können, sollte das genutzt werden.

Die gemeinsame Zeit im Meeting ist wertvoll.


Nutzt sie für:

  • Austausch

  • Reflexion

  • Entscheidungen

  • Priorisierung

  • gemeinsames Arbeiten


Virtuelle Meetings werden dann wirksam, wenn Menschen miteinander arbeiten – nicht wenn sie sich gegenseitig Folien vorlesen.


Fazit

Virtuelle Meetings sind längst fester Bestandteil unseres Arbeitsalltags.

Ob sie als produktiv oder anstrengend wahrgenommen werden, hängt jedoch selten von der eingesetzten Software ab. Entscheidend ist, wie Zusammenarbeit gestaltet und moderiert wird.

Klare Strukturen, aktive Beteiligung und die bewusste Nutzung der vorhandenen Werkzeuge machen dabei oft den Unterschied.


Probiert einzelne Tipps in Eurem nächsten Team-Meeting aus und beobachtet, welche Wirkung sie entfalten. Meist sind es nicht die großen Veränderungen, sondern viele kleine Verbesserungen, die virtuelle Zusammenarbeit Schritt für Schritt wirksamer machen.





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