Mit mehr Flow bei der Arbeit den Lockdown meistern




Die Pandemie hat unsere Lebens- und Arbeitsweise grundlegend verändert und stellt uns bis heute auf die Probe. Wirtschaftliche und soziale Lockdown-Verordnungen sorgen dafür, dass wir unsere Arbeitszeit überwiegend im Homeoffice verbringen. Dies stellt uns vor Herausforderungen, die wir in diesem Ausmaß noch nicht kannten. Während die ersten Wochen der neuen Situation beinahe erfrischend schienen, ging es im Laufe der Zeit vor allem darum, wie wir neue Wege finden, um mit uns selbst, anderen Menschen und unserer Arbeit in Verbindung zu bleiben, ohne die Motivation und Lebensfreude in der Isolation zu verlieren. Und seien wir ehrlich - es gibt gute Tage und es gibt nicht so gute Tage! Jede und jeder von uns konnte hier subjektive Beobachtungen machen und Erkenntnisse entwickeln – aber was sagt die Wissenschaft dazu?


Mehr Flow im Lockdown vermindert Stress und steigert Leistungsvermögen und Wohlbefinden

Nach fast einem Jahr seit dem Beginn der Pandemie werden nun die ersten wissenschaftlichen Erkenntnisse veröffentlicht, wie Menschen am besten mit der Situation im Lockdown umgehen. Wie sich aus einer neuen Studie herausstellt, berichten Menschen, dass sie mental und emotional besser durch Lockdown-Situationen gekommen sind, wenn sie in diesen Phasen viele Flow-Momente erlebten. Dieser Effekt stieg an, je länger der Zeitraum des Lockdowns anhielt. Der positive Effekt von Flow-Momenten übertraf sogar den Effekt von schon geläufigen Ansätzen, wie z.B. Mindfulness im Alltag zu praktizieren. Menschen mit weniger Flow empfanden mehr Stress, Nervosität und die soziale Isolation als bedrückender.

Mit der diskutierten Verlängerung des deutschlandweiten Winter-Lockdowns und keinem deutlichen Ende in Sicht, erscheint diese Erkenntnis heute umso wichtiger. Flow kann ein Mittel darstellen, um trotz Lockdown und Homeoffice weiterhin motiviert und engagiert zu bleiben.


Was ist Flow?

Vielleicht kannst Du Dich mit folgendem Moment identifizieren: Du bist absolut fokussiert, vertieft in Deine Aufgabe, verlierst dabei jegliches Zeitgefühl und arbeitest außerordentlich produktiv. Erst das Klingeln des Handys oder die Terminerinnerung holt Dich aus diesem Zustand zurück in die Realität. Das kommt Dir bekannt vor? Dann warst Du mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit Teil Deines eigenen Flow-Erlebnisses!

Der Psychologe Mihaly Csikszentmihalyi beschrieb „Flow“ zum ersten Mal in den 80er Jahren als „den positiven mentalen Zustand, zu einem bestimmten Zeitpunkt vollständig in einer Aktivität vertieft, fokussiert und involviert zu sein, sowie Freude daran zu empfinden, sich mit dieser Aktivität zu beschäftigen.“ Ein Flow-Zustand wird im Allgemeinen als überaus angenehm und produktiv wahrgenommen und beschreibt für Viele das prägende Gefühl eines erfolgreichen Arbeitstages.

Ein Gefühl von Flow entsteht dann, wenn man Tätigkeiten ausübt, welche ein ideales Verhältnis zwischen gefühlter Herausforderung und Fortschritt bieten. Die Tätigkeit darf nicht überfordern, aber auch nicht langweilen. Hat man diesen Zustand erst einmal erreicht, will man oft gar nicht mehr aufhören und erst äußere Umstände sorgen dafür, dass die Aufmerksamkeit gelöst wird. Flow zeichnet sich sowohl durch eine erhöhte Aufnahmefähigkeit und Produktivität aus, als auch eine größere Befriedigung durch das eigene Tun.


Mehr Flow in der eigenen Arbeit erschaffen

Flow kann sowohl in der Freizeit als auch bei der Arbeit entstehen und hängt oft nicht direkt mit der eigentlichen Aufgabe zusammen, sondern vielmehr mit den Bedingungen und Erwartungen, unter denen diese ausgeführt wird.

Grundzutaten für Flow in der Arbeit sind:


1) Längere, ungestörte Zeiträume konzentrierter Arbeit

Eine Grundbedingung für das Entstehen von Flow ist die Abwesenheit von Ablenkung. Willst Du Dir die Möglichkeiten geben in einen Flow-Zustand zu kommen, kann es daher effektiv sein, digitale Push-Benachrichtigungen für eine gewisse Zeit abzustellen. Zusätzlich könntest Du Dein Handy, soweit es die Aufgabe ermöglicht, ausschalten und/oder außer Reichweite legen.

Wir wissen, dass das hart sein kann... Aber wie oft ertappen wir uns selbst dabei, dass wir unbewusst nach Ablenkung suchen? “Nur mal kurz schauen!” Und ehe man sich versieht, checken wir auf einmal wieder Nachrichten, füllen unseren Online Warenkorb oder prokrastinieren in der bunten Instagram Bilderwelt und träumen uns an Orte, die derzeit außerhalb unserer Fantasie definitiv nicht zu bereisen sind.

Dir kommt die ein oder andere Ablenkungsstrategie bekannt vor? Hilfe naht: Apps wie z.B. Freedom können Dir helfen, um Deinen Fokus trotz eigener unbewusster Impulse sicherzustellen.


2) Formulierung klarer und erreichbarer Ziele

Flow entsteht, wenn Du fühlst, dass Du Fortschritte machst und Ziele erreichst. Zerlegst Du größere Aufgaben und übersetzt diese in klar definierte und Deinen Möglichkeiten entsprechende Teilziele, setzt Du so nicht nur realistische Erwartungen, sondern verschaffst Dir mit jedem erreichten Teilziel ein Erfolgserlebnis. Dies kann Dir helfen, um Dir Deinen eigenen Fortschritt bewusst sichtbar zu machen.


3) Zeitnahes Einholen von Feedback und Rat

Du arbeitest an einer Aufgabe, aber bist Dir nicht sicher, ob Du die Anforderungen richtig verstanden hast oder ob Deine Vorstellungen den Kern treffen? Ohne Feedback fällt es uns schwer einzuschätzen, ob wir tatsächlich mit unserer Arbeit auf dem richtigen Weg sind. Feedback Anderer kann daher Deinen empfundenen Fortschritt steigern – sowohl als Bestätigung als auch durch das gemeinsame Entwickeln alternativer Lösungen, wenn Du mal festsitzt.


4) Ein Gefühl von Dringlichkeit