Wie sieht Arbeit nach der Pandemie aus?

Wie Ihr die für Euch passende Zukunft der Arbeit entwickelt



Manchmal fühlt man sich erschlagen

So geht es uns zumindest, wenn wir manchmal über Inhalte im Internet stolpern. Geht es Euch ähnlich? Wenn ja, ist dieser Artikel vielleicht interessant für Euch. Inhaltlich wollen wir uns dabei etwas näher mit der Frage beschäftigen, was die Zeit nach der Pandemie mit sich bringt. Besonders natürlich bezogen auf Arbeit. Schon 1.000 mal gelesen? Ja kann sein, aber hier sicher mal von einer anderen Perspektive.


Blabla oder aha?

Es scheint so, als gäbe es irgendwo eine geheime Brutstätte für Spezialisten der Zukunft. So zumindest bekommt man das Gefühl, wenn man z.B. auf LinkedIn schaut: Vor circa zwei Jahren- mit dem Agilitäts- und Innovations-Boom - kamen scheinbar aus dem Nichts Massen von Spezialisten für Agilität und Innovation auf dem Markt (Quelle: die Jobtitel in LinkedIn).

Im März 2020 wurden dann zu Beginn der Corona Pandemie aus diesen Agilitäts- und Innovations-Spezialisten quasi über Nacht Remote Spezialisten (Quelle: die Jobtitel in LinkedIn).

Nun, wo so langsam abzusehen ist, dass die Pandemie mittelfristig beherrschbar werden wird, stellt sich natürlich nun die Frage: Wie geht es nach (oder mit beherrschbarer) Pandemie weiter mit der Arbeit? Und siehe da: Auf wundersame Art und Weise sehen wir nun eine neue Schar von Spezialisten: Diesmal heißen sie Spezialisten für hybrides Arbeiten (Quelle: die Jobtitel in LinkedIn). Kommt euch das bekannt vor? Komisch oder.


Ganz ehrlich: Das langweilt uns!

Und wir sagen Euch warum:

Weil wir zum einen das Gefühl haben, dass hier eine große Nebenwirkung von Zukunft wirksam ist: Da es für die Zukunft nicht DAS Rezept gibt, glaubt deshalb auch jede:r seinen Senf dazu geben zu müssen. Leider nicht immer zum Guten! Denn die Wenigsten beschäftigen sich fundiert mit dem Thema Zukunftsgestaltung, sondern plappern eher nach was sie anderswo lesen.

Das ist schade, denn es schafft zum anderen ein unvollständiges Bild davon, was eigentlich professionell zu tun wäre. Und deshalb möchten wir in diesem Artikel einmal drauf eingehen, warum es nicht reicht, darüber zu diskutieren, ob die Arbeitswelt nach der Pandemie zwei oder drei Tage im Homeoffice arbeiten soll.


Wie sieht die Arbeit der Zukunft aus?


Auch wenn aktuell viel dieser sehr kleinteiligen Diskussionen über die Zukunft der Arbeit verbreitet wird, bleibt die Frage nach der Zukunft der Arbeit trotzdem relevant. Sie ist sogar eine super Frage! Und auch schnell beantwortet. Denn die einzig ehrliche Antwort auf die Frage ist erstmal ziemlich simpel: Keine Ahnung!

Denn wenn wir ehrlich sind, wissen doch alle, dass es nicht DIE eine Zukunft gibt. Warum das so ist, bringt die Kulturanthropologin Lena Papasabbas in einem Artikel der Frankfurter Rundschau vom 31.07.2020 in einem Satz auf den Punkt:


Die Zukunft gibt es im Grunde nur als Imagination, eine vorgestellte Fiktion der fortschreitenden Zeit.

Ist Zukunft als eine Imagination, so gibt es unendlich viele Möglichkeiten und Kombinationen, die sich zukünftig ergeben können. Nur diese Erkenntnis wird Unternehmen wahrscheinlich nicht weiterhelfen, denn es braucht Orientierungspunkte, an denen entlang Entscheidungen getroffen und Planungen gemacht werden können.


Die große Frage ist also, wie man die eigentliche Unplanbarkeit der Zukunft in eine möglichst konkrete, planbare Fassung bekommt.

Die Betonung liegt hier auf "möglichst konkret". Denn das ist der erste Schlüssel zur Antwort: Auf Grund der unendlich vielen Möglichkeiten, die für das Unternehmen theoretisch relevant sein können, kann dieses sich lediglich an seine Zukunft annähern.


Preffered Futures - Eine Methode um Zukunftsräume zu schaffen

Mögliche Zukunftsannäherungen zu entwickeln sind gut machbar. Denn hierfür gibt es bereits verschiedene Werkzeuge, die Ihr in den Einsatz bringen könnt. Eine davon ist das Szenario Planning. Die Methode ist eigentlich nicht neu. Sie erfährt aber in Zeiten der stetigen Unsicherheit und Unplanbarkeit so langsam ihre Renaissance.


Stark vereinfacht geht es im Kern darum, mit Annahmen zu arbeiten. Aus diesen Annahmen leitet Ihr dann verschiedene Szenarien ab. Diese bewertet Ihr im Anschluss nach Wahrscheinlichkeiten des möglichen Eintretens. Dadurch seid Ihr in der Lage, verschiedene "Räume" Eurer möglichen Zukünfte zu entwickeln. Sogenannte "Preffered Futures".


Die Form und Größe der Räume sind abhängig von den erwähnten Annahmen. Ihr könnt Euch das vorstellen, wie einen Grundriss von einem Raum zu entwickeln: Entsprechend dem was Ihr denkt zu brauchen, beeinflusst die Form und Größe.

Dieser Grundriss ist dann die Basis für Eure weitere Arbeit. Dabei wird es dann darum gehen, wie und mit was Ihr die Räume einrichtet.


Welche Einrichtungsgegenstände werden es sein?

Unserer Beobachtung und Recherche nach kristallisieren sich auf jeden Fall mindestens drei Kategorien heraus:

  1. Mobilität

  2. Digitalisierung

  3. Zusammenarbeit


Mobilität

Klar! Es wird natürlich um die Frage gehen, wieviel Homeoffice, und damit virtuelle Arbeit es nach Corona geben wird. Nach einer aktuellen Studie von Gartner möchten 48% der globalen Arbeitsbevölkerung nach der Pandemie, zumindest teilweise, weiter von zu Hause arbeiten. Ob das am Ende zwei oder drei Tage im Homeoffice sein werden, darüber sollen sich die oben erwähnten "Spezialisten" streiten. Denn wie Ihr gleich noch lesen werdet, müsst Ihr das sowieso für Euch selbst entscheiden.

Aber nur soviel: Auch hier lassen Umfragen schon eine Tendenz erkennen: Es wird wahrscheinlich etwas zwischen zwei und drei Tagen Homeoffice sein.


Verbunden mit dem Wunsch nach der Fortführung des Homeoffice lässt sich erkennen, dass dies darüber hinaus auch strukturelle Auswirkungen haben wird. Schon etwas mehr als ein Jahr hat ausgereicht, das scheinbar unverrückbar auf Großstädte ausgerichtete Arbeits- und Lebensmodell vieler Menschen in Frage zu stellen. Laut einer Umfrage des Hightech-Branchenverbandes Bitcom würde jede:r fünfte (!) sich einen neuen Wohnort suchen, wenn er/sie in Zukunft größtenteils von zu Hause arbeiten könnte.

Digitalisierung

Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass Ihr in diesem Zusammenhang um das Thema Digitalisierung nicht herum kommen werdet. Auch hierunter öffnen sich wieder mehrere Ebenen.

Zum einen lässt sich sagen, dass das Nutzerverhalten in Hinblick auf Konsum sich nachhaltig verändert hat. Dies wird Auswirkungen haben auf die Produkte oder Services die Unternehmen in Zukunft ihren Kund:innen darbieten.


Gehen wir, wie oben beschrieben, davon aus, dass Homeoffice bleiben wird, werden sich Unternehmen ebenfalls Gedanken machen müssen, wie sie ihre Mitarbeitenden hardware- und softwareseitig dabei unterstützen, einen effektiven und gesunden Arbeitsplatz auch zuhause einzurichten.


Zusammenarbeit

Und wenn eben ein Teil der Arbeit zukünftig weiterhin virtuell erbracht wird, werden Ihr Euch in Euren Teams und auch als Führungskräfte in Eurer virtuellen Zusammenarbeit weiterentwickeln müssen. Transparenz, verteile Verantwortlichkeiten, effektive Entscheidungsfindung sind nur drei Bereiche, die wir als große Handlungsfelder aus der Arbeit mit unseren Kunden erkennen.

Schlußendlich entwickelt sich daraus auch noch die Frage, welche Art der Arbeit Ihr zukünftig im Büro und welche Ihr virtuell macht? Wir gehen davon aus, dass zukünftig wahrscheinlich kreative und soziale Interaktionen eher im Office stattfinden. Fokusarbeit zu Hause.


Klingt in der Summe nach einer riesigen Menge an Einrichtungsstücken? Ist es auch. Deshalb ist es wichtig, dass Ihr die Bereiche identifiziert, die für Euch wichtig sind. Wie das geht, schauen wir uns im letzten Teil an.


Wie richte ich einen Zukunftsraum ein?

Bei der konkreten Einrichtung des Raumes ist es wiederum möglich, sich bereits bewährten Methoden zu bedienen. Vornehmlich aus dem Bereich des Innovationsmanagements. Welche das sind, versuchen wir anhand eines Beispiels zu erklären:


Funktionale und emotionale Bedürfnisse

Stellt euch vor, Ihr habt einen Raum angemietet. In diesem wollt Ihr mit ein paar Leuten ein Kaffee aufmachen. Sicherlich hat hier jede:r seine/ihre eigene Vorstellung davon, welche Funktionalität die Einrichtung haben soll. Aber auch welchen ästhetischen Ansprüchen die Einrichtung genügen soll. In anderen Worten könnte man auch sagen, es geht um funktionale und emotionale Bedürfnisse. Ihr verständigt Euch also auf eine Ersteinrichtung, die den größten gemeinsamen Nenner Eurer diversen Ansichten darstellt.


Experimente und Optimierungsschleifen

Nach einiger Zeit stellt Ihr fest, dass einige Einrichtungsgegenstände entweder funktional oder emotional nicht ganz passen. Ihr werdet vielleicht eine Dinge umstellen, abändern, aussortieren und/oder ergänzen. Da Ihr denkt, dass es wichtig ist, auf die Bedürfnisse der Kund:innen einzugehen, plant Ihr solch eine Inventur regelmäßig durchzuführen. Und es kommt die Idee, dass auch die Kund:innen dazu befragt werden. Denn diese wissen ja wahrscheinlich am Besten, wo es klemmt oder was es noch braucht.


Zusammengefasst habt Ihr in diesem Beispiel schon die wesentlichen Punkte gesehen, die auch für die Bestückung der Zukunftsräume in Unternehmen gültig sind. Diese haben wir für Euch noch einmal zusammengefasst.


Worauf müsst ihr also achten?


  1. Problem-basiertes Arbeiten - Was sind die Dinge, die Euch am meisten hindern Eure Arbeit zu machen?

  2. Partizipation - Bindet alle Kolleg:innen mit ein. Im Bereich, der Abteilung oder dem Team. So bekommt Ihr eine gute Sicht dafür was nur individuelle und welche die kollektiven Probleme sind und motiviert darüber hinaus zum mitbauen an Eurer Zukunft

  3. Ideenfindung - Überlegt gemeinsam, welche Dinge im Zukunftstraum hilfreich sein könnten, um die identifizierten Probleme aus dem Weg zu räumen

  4. Experiment - Probiert diese Ideen für einen definierten Zeitraum aus. So könnt Ihr erkennen, ob Eure Annahmen richtig waren

  5. Adaption - Alles was nicht richtig passt, wird angepasst oder durch neue Ideen ersetzt, die noch auf der Liste der Ideenfindung stehen

  6. Wiederholung - Vereinbart einen Turnus, in dem Ihr immer wieder darauf schaut. So entwickelt Ihr Eure Zukunft kontinuierlich weiter


Das klingt zu einfach, um wahr zu sein? Ist es aber. Theoretisch zumindest. Denn klar ist, dass es in der Praxis unterschiedliche Meinungen und Interessen gibt. Das bestehende Prozesse dies verlangsamen oder behindern können. Oder einfach gefühlt zu wenig Zeit bleibt für solch einen Prozess.


Sorry, too busy to change

An diesen Stelle können wir Euch allerdings nicht aus der Verantwortung entlassen. Denn eines ist klar: Wer seine Zukunft gestalten will, der muss dafür auch Zeit investieren.


  1. Zeit, zunächst auf höherer Ebene zu überlegen, wie die individuellen Zukunftsräume aussehen können

  2. Zeit, pragmatisch zu überlegen, wie Ihr diese Räume einrichtet

  3. Zeit, sie immer wieder zu optimieren


Insofern wünschen wir Euch die Zeit, die Neugier und den Mut Eure eigenen Zukunftsräume zu schaffen, einzurichten und zu optimieren. Wir hoffen Euch mit dem Beispiel gezeigt zu haben, dass Neue Arbeit keine Raketenphysik sein muss. Und wir wünschen Euch, dass Ihr die richtigen Spezialisten findet, sofern ihr mal welche sucht :)


Bleibt kreativ.

Eure futurebirds

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